Gerade ist also die Abschlussfeier der olympischen Spiele 2008 und irgendwie reizt es mich in diesem Zusammenhang auf einige Aspekte einzugehen. Leider ist das ja zu einem sehr schweren Thema geworden und ich hoffe, die richtigen Worte zu finden. Der Beitrag ist quellenlos, da überaus subjektiv.
Die Spiele haben genauso bunt geendet, wie sie mit der wirklich genialen Eröffnungsfeier angefangen haben. Ja, die Feuerwerkfußstapfen waren schon vorher aufgenommen und das kleine Kind, das gesungen hat war nur eine hübschere Synchronsprecherin. Dennoch waren beide Feiern herausragend, wenn auch übertrieben - als Show genial, für die Olympiade etwas gewöhnungsbedürftig.
Die sportlichen Wettkämpfe waren durchorganisiert, hatten lediglich wenige Knackpunkte. Mal war die Zeit zu knapp einkalkuliert, mal die Siegerehrung zu nahe am Hammerwurf. Insgesamt scheint jedoch alles gut geklappt zu haben. Die Bedinungen waren eher mittelmäßig. Man sollte jedoch anmerken, dass sich China hier wirklich Mühe gegeben hat, die Unannehmlichkeiten zu beseitigen. Als Beispiel sei der Smog genannt, gegen welchen zahlreiche Maßnahmen eingeleitet wurden. Außerdem ist anzumerken, dass der Termin vom IOC festgelegt wurde auf diese, was das Wetter betreffend, suboptimale Zeit und nicht von China. Die olypmischen Anlagen schienen dagegen nahezu perfekt.
Die Sportler haben teilweise wahnsinnige Leistungen erbracht und die Zuschauer zum Staunen veranlasst. Auch die Deutschen waren, trotz schleppendem Start, sehr erfolgreich. Was mich hier gestört hat, und überhaupt nichts mit China zu tun hat, ist der allgemeine Generalverdacht gegenüber allen Sportlern. Wie groß die Dunkelziffer der dopenden Sportler ist, wird sowieso niemals komplett aufgeklärt. Das ist natürlich schade, bringt Sport jedoch mit sich.
Was mich wirklich gestört hat, war die Berichterstattung der öffentlich Rechtlichen. Nicht ein Tag und nicht eine Veranstaltung ist vergangen, ohne dass auch das kleinste Detail auf die weitreichenden Probleme, die ich ja nicht abstreiten möchte, bezogen wurden. Natürlich laufen grundlegende Sachen in China nicht richtig, jedoch hätte man hier ein wenig differenzierter berichten können. Es ist nicht nötig, schon während der Eröffnung Begriffe wie “Spiele des Unbehagens” zu formen oder den Pianisten Lang Lang zum Thema regelrecht auszuquetschen. Was soll der dazu sagen? Ich hätte mir gewünscht, dass bei den Wettkämpfen nur über diese berichtet worden wäre. Zumal gerade die westliche Berichterstattung ständig gesagt hat, dass die Spiele nicht politisiert werden sollte. Durch die ständigen Kommentare hat genau diese Berichterstattung die Spiele politisiert, nicht China! Wahrscheinlich braucht die Presse hierzulande ebensolche Aufhänger wie die Olympiade, um auf die Missstände aufmerksam zu machen. Schade im Sinne der eigentlichen olympischen Spiele.
Darauf, das Schmidt sich mal wieder als Pseudointellektueller hat feiern lassen und nebenbei einen Chinesen als Nazischwein beschimpft hat, würde ich am liebsten garnicht eingehen. Das war absolut unpassend und vom Niveau her nicht weiter als Pocher. Der behauptet jedoch wenigstens nicht, ach so intelligente Scherze zu bringen. Das ist aber nur als kurzer Einschub zur Berichterstattung zu sehen.
Mein Fazit zu den Spielen ist, dass China durchaus zu den Spielen passte, jedoch unpassend dargestellt worden ist und sich große Mühe gemacht hat, diese zu veranstalten. Teilweise hatten sie schon etwas von Perfektion. Was die Berichterstattung angeht, sollten wir uns jedoch an die eigene Nase packen. Wer nicht zwischen den olympischen Spielen, dem chinesischen System und den chinesischen Leuten unterscheiden kann, sollte vielleicht lieber das Musikantenstadl zeigen, anstatt die Olympiade. Leider gibt’s ja keine Alternativen.